Sonnenstadt-Karlsruhe macht den Anfang


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Projekt:  "SONNENHAUS"

Definition: Ein "SONNENHAUS" ist umweltschonend, die Energieversorgung geschieht ausschließlich durch die Sonne. Es ist autark, sowohl energetisch als auch was die Wasserversorgung und -entsorgung betrifft.

Präsentation: Das Projekt "SONNENHAUS" wird in der Woche vom 11. bis 16. Juni auf dem Karlsruher Markt- platz vom Verein Sonnenstadt Karlsruhe e.V. präsentiert.

Ziel: Durch Experimentieren mit vorhandenen Technologien und Materialien ein Haus zu bauen, das vollkommen autark ist und einer Kleinfamilie - egal wo in der Welt - ein Existenzminimum bieten kann. Skizze: Im Maßstab 1:50
Sonnenstadtinitiative Südeuropa

1. Schritt Sonnenstadt Karlsruhe Juli 2004

2. Schritt Solarregion Zentraleuropa: Freiburg, Basel, Straßburg, Karlsruhe

3. Schritt Solarregion Südeuropa: Rom, Barcelona, Lissabon

Meine Reise nach: Rom, Barcelona, Lissabon

Fröhliche Schirmchen für die Sonnenstadt

Solarregion Südeuropa

Klimatisch herrschen hier die besten Voraussetzungen zur Entstehung von Sonnestädten. Die Klimatisierung im Sommer benötigt etwa gleich viel Energie, wie die Heizung im Winter und die ganzjährige Warmwasserversorgung. Alle 3 Energiebedürfnisse müssen und können auf effiziente Weise durch Solararchitektur und Solartechnologie gedeckt werden.

Voraussetzung ist folgende Ergänzung des Baugesetzes:

1. Ab sofort dürfen keine Ölfeuerungen und andere umweltverschmutzende Heizungen, Warmwasserbereitungen und Kühlungen mehr gebaut werden. Der Strombedarf für Klimaanlagen muss durch umweltfreundlich erzeugten Strom gedeckt werden.

2. In 10 Jahren müssen alle umweltfeindliche Heizungs- und Kühlungsanlagen durch umweltfreundliche Systeme ersetzt werden.

Effizienz

Solares Bauen und eine gute Solartechnologie sind seit 23 Jahren wirtschaftlicher als konventionales Bauen. Nur schon aus finanzieller Sicht muss daher solar gebaut und installiert werden. Mit den großen, jährlichen Energieeinsparungen können in 5 Jahren die Anfangsinvestitionen zurückbezahlt werden und danach wird Geld gespart. Ein Beispiel

Die mentale Frage

Das ist das Hauptproblem: Bevölkerung und Regierung müssen aufgeklärt werden, dass solares Bauen für das künftige Leben auf unserem Planeten unabdingbar ist und dass es sich sogar finanziell bezahlt macht.


Wie sind die Chancen von Rom, Barcelona und Lissabon
Sonnenstädte zu werden?


1. Rom

Anfang

Rom hat außer dem warmen Klima noch zwei weitere gute Voraussetzungen: Der „Club of Rome“ fand hier 1972 statt. Die besten Wissenschaftler der Welt warnten damals vor einer kommenden Klimakatastrophe, wenn wir unseren Lebensstil nicht ändern. Die Katastrophe hat bereits begonnen. Rom ist das Zentrum der katholischen Welt. Nicht nur die Katholiken, auch ein großer Teil der evangelischen Welt achten darauf, was der Papst tut. In der Umweltfrage könnte das zu einer gewaltigen Erkenntniswelle führen. Im Vatikan hat man die Schwere der Umweltproblematik erkannt und einen päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden ins Leben gerufen. Dieser ließ im Jahre 2000 die Büchlein "Sorge um die Schöpfung" (Care for Creation), und 2002 – "von Stockholm bis Johannesburg", 1972-2002 – ausarbeiten.

Die Spitze der katholischen Hierarchie weiß um Ihre globale Verantwortung. Es war denn auch eine Mitarbeiterin des Vatikans, welche uns in Rom am meisten geholfen hat. Sie übernahm es in höchst verdankenswerter Weise unsere vorbereiteten Sonnenstadtdokumentationen an das Schweizer Konsulat, an das römische Umweltamt und dem römischen Bürgermeister zu bringen.

Die Voraussetzungen in der Stadtregierung sind gut: Der Vorgänger des Bürgermeisters war ein Grüner und hat schon einen wichtigen Schritt in Richtung Umweltschutz getan. Um den hoffnungslos verstopften und verschmutzten Stadtkern zu entlasten, hat er angefangen selbst Vespa zu fahren und viele folgten seinem Beispiel. Leider sind auch die Vespas heute zur Pest geworden. Er wäre besser aufs Fahrrad umgestiegen. Der jetzige Bürgermeister ist sehr beliebt und freundlich. Als Kommunist trägt er soziale Verantwortung und wäre bereit zu einem mutigen, planerischen Schritt. Die Kommunisten Italiens sind nicht mit den alten Stalinisten zu vergleichen. Sie sind liebenswerte, verantwortungsbewusste Mitbürger.


2. Barcelona

Anfang

Die Katalanen sind ein besonderes Volk. Sie sind die tüchtigsten Spanier und wollen die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich ziehen. Barcelona erbringt darum immer neue spektakuläre Leistungen. So wurde 1992 für die Olympiade die „Vila Olimpica“ gebaut, ein neues Stadtquartier mit riesigen Innenhöfen. Im Jahr 2004 wurde das Weltforum gegründet zur Bearbeitung globaler Probleme und es wurden Starararchitekten aus der ganzen Welt eingeladen, um spektakuläre Monumente zu errichten.

Das imposanteste ist wohl die „Riesenzigarre von Jean Nouvel an der „Placa de les Glories Catalanas“, ein über 200 Meter höher Bau, der aus der der ganzen Stadt sichtbar ist.

Ein anderes „Spektakulum“ ist das gewaltige Dreieck von Herzog and de Meuron (Schweiz) auf dem Forumsgelände am Strand. Es ist den Schweizern tatsächlich gelungen mit einem Riesenmonument das über einem topographisch bewegten Platz schwebt, mit gewaltigen Lichtdurchbrüchen und hochglänzenden Chromstahlplatten neue Effekte zu schaffen.

Frage: Was trägt dieser Bau zur Lösung der heutigen, globalen Probleme bei? Als Alibiübung haben die Architekten auf dem Dach eine Wasserfläche vorgesehen, welche die Klimatisierung unterstützten soll. Das soll aber so unsorgfältig ausgeführt worden sein, dass es nicht funktioniert. Ein schlechter Dienst für die Entwicklung der dringend notwenigen Solararchitektur.

Was mich an Barcelona am meisten faszinierte, war die großzügige Gestaltung der öffentlichen Stadträume, der Fußgängerzonen. Es gibt keine Blumenbeete, keine Zäune, und keine unbegehbaren Rasenflächen, der ganze Raum zwischen den Gebäuden ist öffentlich. Meist ist es ein unbefestigtiger Platz, der klimatisch sehr sinnvoll mit einem Wald von Bäumen bepflanzt ist. Er ist das große Wohnzimmer der Stadt, wo man sich im Schatten der Baumdecke trifft, um Boggia zu spielen, zu plaudern, die Hunde spazieren zu führen, oder auch auf einer der ungezählten Bänke zu sitzen. Diese Räume verleihen der Stadt eine hohe, urbane Qualität.

Junge Architekten aus aller Welt werden von Barcelona angezogen und so war es ein Leichtes in den drei Tagen eine kleine Gruppe von Interessierenten zusammen zu stellen, welche die Idee der Sonnestadt Barcelona weiter tragen und auch immer wieder bei der Regierung anklopfen. Darunter ist eine spanische Architektin und Journalistin und ihr Freund - ein Jurist aus Deutschland, ein junger Argentinier und eine Schweizer Architektin.

Ein Gespräch mit dem internationalen Delegierten des Umweltamtes verlief außerordentlich positiv, wir waren ganz auf der gleichen Linie. Barcelona hat ein Gesetz, wonach bei Bauvorhaben über 16 Wohnungen, Alternativtechnologie zur Anwendung kommen muss. Da sie auf dem Forumsgelände das größte Fotovoltaikdach Europas gebaut haben, bezeichnen die Barceloner, mit Recht ihre Stadt als Sonnenstadt.Unsere Vorstellung von Sonnenstadt geht aber weiter. Alle umweltbelastenden Technologien sollen ersetzt werden durch umweltfreundliche.

Die Umweltministerin muss eine hochmotivierte, mutige und intelligente Frau sein. Leider war es in der kurzen Zeit meiner Anwesenheit nicht möglich mit ihr ins Gespräch zu kommen, was ich aber sicher nachholen werde.Aber auch der Bürgermeister von Barcelona steht der Umweltproblematik sehr offen gegenüber. Die Stadt hat eine umfangreiche, gut gestaltete Broschüre herausgegeben über ihre Energiezukunft.

Der Ehrgeiz der Katalanen die Besten der Welt zu sein, könnte durchaus dazu führen, dass Barcelona die erste wirkliche Sonnenstadt unseres Globus wird.


3. Lissabon

Anfang

Die Portugiesen sind ein fröhliches, einfaches Volk und waren mir auf Anhieb sympathisch. In Lissabon hat mir ein Schweizer Immobilienhändler weitergeholfen. Außerdem gibt es einen Schweizer Ingenieur, der sich bemüht Solarmobile zu verkaufen und der in Umweltfragen sehr engagiert ist. Leider war er landesabwesend. Ferner fanden wir einen Architekten, dessen Vater Schweizer und die Mutter Brasilianerin ist. Er konnte sich sehr für das Projekt erwärmen und ist bereit, aktiv in einer Initiativgruppe mitzumachen.

Weitere Teilnehmer dieser Gruppe könnten sein: Ein pensionierter deutscher Architekt, welcher hier die deutsch-katholische Kirche baute, sowie zwei weitere Architekten deutscher und nordischer Herkunft. Auch hier war die Schweizer Botschaft bereit die Sonnenstadtidee zu unterstützen und die Dokumentation mit Bewilligung des Bundesrates dem Stadtpräsident zu übergeben. Dieser soll sehr offen sein für ökologische Fragen.

Schließlich wollte ich beim Umweltamt das Projekt vorstellen, das war aber mit großem Aufwand verbunden. Erst als ich drohte nach Berlin zu Joschka Fischer zu gehen, um zu beantragen, die Subventionen zu streichen, ließ man mich mit einem Architektur-Historiker sprechen. Wir unterhielten uns auf holländisch, weil unsere beiden Frauen Holländerinnen waren. Er war sehr interessiert und versprach die Umweltministerin zu informieren.

Der Weg zur Sonnenstadt Lissabon führt meines Erachtens über die Subventionen von Mitteleuropa, insbesondere von Deutschland. Mit diesem Geld wurden bisher gewaltige Monumente gebaut wie z.B. während der Olympiade, in der Umgebung des Bahnhofes „Oriente“. Die deutsche Regierung könnte verlangen, dass ihr Geld nachhaltig investiert wird, was der Bevölkerung zu Nutzen käme und der Umwelt dienen würde.

Zum Abschluss meine Reise, besuchte ich eine Gruppe äußerst interessanter Menschen, welche an einer neuen, hoffnungsvollen Gesellschaftsform im Süden von Portugal arbeiten. Schon vor über 30 Jahren hatten sich eine Theologiestudentin, ein Soziologiestudent und ein Physikstudent entschlossen eine alternative Dorfgemeinschaft zu gründen und neue Formen des Zusammenlebens zu erforschen und zu erproben.

Die Kriege unter den Menschen und gegen die Natur müssen überwunden werden. Voraussetzung ist eine innere Wandlung. Liebe darf nicht mehr mit Eifersucht gekoppelt sein, da das in der Vergangenheit zu unzähligen Dramen führte, manchmal auch mit tödlichem Ausgang. Wenn es gelingt die Liebe von Ihrer bösen Schwester – der Eifersucht zu befreien, wird sie zu eine gewaltigen Kraft, welche die ganze Gesellschaft durchdringt. So besteht die Hoffnung, dass auch die Kriege unter den Völkern endlich überwunden werden.

Diese neue Gesellschaft will auch in Frieden mit Tieren und Pflanzen leben. Sie haben eine hohe ökologische Sensibilität entwickelt.Es wird ein „Solar-Power- Village“ für 50 Menschen gebaut, welches völlig unabhängig sein wird von umweltbelastenden Energieträgern.

"In einer Zeit, in der alles zu Ende zu gehen scheint, werden plötzlich neue Menschen geboren, mit neuem Bewusstsein und höherer Intelligenz".

Das weckt eine berechtigte Hoffnung für eine bessere und lebensfreundlichere Zukunft.


Fröhliche Schirmchen
Anfang

In Karlsruhe werden jetzt 3000 fröhliche, farbige Schirme in blau, orange und gelb für 7€ verkauft. Sie sollen auf die kommende Sonnenstadt Karlsruhe aufmerksam machen.

Zur Erläuterung wird gleichzeitig das Buch "Der Stadtwanderer", welches den Weg zur Sonnenstadt Karlsruhe beschreibt, für 9 € angeboten. Wir hoffen, dass die fröhlichen Schirmchen bald das Stadtbild von Karlsruhe beleben werden, als Zeichen für eine bessere, sonnigere und lebensfreundlichere Zukunft.

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